Fahrtenbericht
Fahrtenbericht - Norwegen '02
Mi. Beginn unseres Norwegen -
Trip's. Gerd holt mich von zu Hause ab, es geht Richtung Kiel, wo wir zuerst
Patrick und dann Bernward auflesen werden. Die Fahrt zieht sich ewig, durch
die vielen Staus des hessischen Wochenendverkehrs. In Bad Bramstett angekommen,
schmeißen wir das Boot von Patrick aufs Dach, er springt ins Auto.
Do. Nächste Station: Bernward. Bei ihm angekommen, sind Gerd und ich
schon 10 Std. unterwegs, trotzdem geht es pausenlos weiter nach Fredericks
Hafen. Schon um drei Uhr beginnt hier die Dämmerung, was Gutes für
Norwegen erwarten lässt. In Fredericks Hafen haben wir noch drei Std.,
bis wir auf die Fähre nach Oslo "dürfen". Die Überfahrt
dauert noch einmal 8,5 Std. Auf der Fähre sind Einarmige Banditen,
die komischerweise hauptsächlich von Rentnern bedient werden. Kurz
vor der Ankunft musste Patrick austreten, weshalb er zu Fuß (mit den
Rentnern) das Schiff verlassen muss. Wir warten außerhalb des Zolls
auf ihn. Weiter geht's wieder mit dem Auto. Wir fahren weiter ins Land hinein,
die erste Std. kommen wir uns vor wie in Deutschland (viel Stadt, wenig
Land), doch schlagartig verlassen wir die städtische Gegend, das Land
öffnet sich mit schönen Bergen und noch schöneren Tälern.
Seit unserer Ankunft in Oslo sind wir schon wieder 4 Std. unterwegs, seit
Frankfurt knapp 29 Std. Fahrt. Ob sich das gelohnt hat??!!! Wir haben einen
tollen Rastplatz ausgemacht in 1400 m Höhe mit Blick auf vereiste Hänge,
die aber nur noch ca.200 m höher als wir sind. Es ist dementsprechend
frisch. Schnell kochen wir uns ein leckeres Drei Sterne Dosen Menü
- es ist sicherlich das beste Essen seit Tagen ( Hunger ist der beste Koch)
für uns, total KO fallen wir ins Bett (oh, ins Auto, mein ich), jeder
von uns träumt diese Nacht von den nächsten Tagen und wartet gespannt
auf den nächsten Morgen; damit meine ich, dass die Uhr mindestens neun
zeigt, denn richtig dunkel wird es hier nicht. Die Dämmerung beginnt
um 23 Uhr und ab 2 Uhr wird es wieder heller, ohne dass es dunkel war, um
3.30 Uhr geht dann die Sonne auf.
Fr. Nach einem Kaffee kann das Frühstück und die Tagesbesprechung
beginnen.
Wir haben uns heute die Atna ausgesucht, um nicht gleich einen zu harten
Einstieg zu erleben. Wir werden den Bach von Km 70-82 fahren. Zuerst geht's
zur Ausstiegsstelle, um das Fahrrad zu deponieren, dann geht's hoch über
einen kleinen Forstweg, bis dieser gesperrt ist, dort springen wir in die
Neos und ab die Post! Das Wasser fließt zügig und glasklar (viel
schöner & kälter als in den Alpen), bis Gerd sich umdreht
und sagt: "Jetzt geht's los!" Da hören wir auch schon das
Rauschen einer munteren Schwallstrecke, danach kommt eine Holzbrücke,
hinter der wir links anlanden, um uns den wuchtigen Katarakt anzusehen.
Vom Ufer sieht es gar nicht mehr so gefährlich wie vom Boot aus, nur
riesige Wellenberge ohne Verlockung (WW III+), also schnurstracks durch.
Danach geht es weiter zügig voran, aber nicht ganz so wuchtig. Bei
den nächsten großen Wellen wollte ich gerade mal bisschen surfen,
als ich bemerkte, dass Bernward direkt hinter mir schwamm mit dem WalzenWolf
(sein neues Boot) in der Hand. Kein großes Problem, ihn zu bergen.
Kurz vor der Ausstiegsstelle sah ich einen Elch, der vor uns flüchtete
und dabei den Wald kräftig umpflügt. An der Aussatzstelle angekommen
(rechts mündet der Bach von morgen in die Atna - die Setninga), spielten
wir noch ein bisschen in einer schönen Surfwelle mit dahinter liegender
Walze. Als wir drei schon aus den Booten waren, testete Patrick unsere Reflexe.
Er kenterte und schwamm, doch ruckzuck war der rettende Wurfsack im Wasser
und somit die Situation gemeistert. (Dieser Tag war wohl nicht so erfolgreich
für die Nordlichter). Gerd strampelte mit dem Fahrrad den gesperrten
Forstweg zurück zum Auto. Unweit fanden wir einen herrlichen Platz
zum Übernachten, direkt an der Setninga. Nachdem wir uns mit leckerem
Gegrilltem gestärkt hatten, besichtigten wir ein schweres Teilstück
des Baches (direkt oberhalb der Betonbrücke - WW IV, welches als Richtwert
für die Befahrung der Schlucht gilt). Da man die schwersten Stellen
im Fluss umtragen kann, beschließen wir nach unserem Schönheitsschlaf
die Setninga direkt unterhalb eines Sees zu befahren, bis direkt nach dem
Schwall vor der Betonbrücke.
Sa. So, wir stehen jetzt am See, von dem wir unsre Tour starten, das Bike
haben wir schon am Übernachtungsplatz stehen gelassen. Der Fluss (
schmaler als die Atna) plätschert erst gemächlich vor sich hin,
bis es dann rasanter wird, und die aufspritzende Gischt uns dazu bewegt,
links anzulanden und die Stelle zu besichtigen. Es geht über einen
großen Stein, hinter dem eine große Walze steht, in ein großes
Kehrwasser(WW III - WW IV+). Ich befahre die Stelle zuerst, während
die anderen unten - mit Wurfsack und Kamera bewaffnet -mein Ankommen erwarten:
Ich, mit dem ungewissen Gefühl im Bauch, bretterte so schnell (chicken
way) an der Walze vorbei, dass Gerd mich gar nicht mit der Kamera zu fassen
bekam. Unten heil angekommen, löste ich die anderen ab und sicherte
die Stelle, sie kamen prima durch. So ging es mit einem zufriedenen Gefühl
weiter. Den nächsten Schwall (WW III+) paddelten wir, ohne auszusteigen
durch, Bernward mutig voran, Patrick, der zuletzt fuhr, machte zu wenig
speed, wurde von der Walze gestoppt und zurück gezogen. Nach ausdauerndem
Stützen wurde er dann entlassen. Nun begann das Kernstück in der
Schlucht. Nach mühsamem Besichtigen der Stelle (WW V- fünf Stufen,
zum Teil sehr eng auf ca.200 m mit größeren Walzen, manche mit
Rücklauf und starkem Presswasser auf die Felsen), die sehr schön
und eindrucksvoll war, da sich in drei Kurven Eisblöcke an den Wänden
befanden, welche von einem kühlen und langen Winter zeugten. Patrick
beschloss, den nicht minder schweren Weg über den Hang zu umtragen,
wir drei anderen paddelten und kamen prima durch. Patrick, der wieder zu
uns gestoßen war, fuhr die letzte Stufe mit uns. Danach verlief der
Bach bis zu dem Stück vor der Brücke in seiner supertollen Schlucht,
von Nadelbäumen umgeben, ohne Extreme, aber mit stetigem Gefälle
weiter. Den Teil vor der Brücke wollte Gerd filmen, deshalb fuhr er
zuerst in der Walze schoss er eine sagenhafte Heck-Kerze, die wir sogar
von oben sahen. Bernward und ich trafen die Ideallinie. Patrick, der auf
dem Abfall wohl einen dicken Krebs sah, ihn aber trotz ausgiebigem Tauchen
nicht zu packen bekam, kam mit einer kleinen Schürfwunde ans Ufer.
Auf dem Weg zu unserem ersten Übernachtungsplatz kamen wir an dem See,
der die Setninga speist, vorbei, wo wir einige Forellen steigen sahen. Daraufhin
beschloss ich, mich samt Bike und Angel aussetzen zu lassen, während
die anderen das Essen vorbereiten. Es bissen doch tatsächlich drei
kleine Bachforellen in den Forellen imitierenden Kunstköder (ganz schön
kanibalisch). Nachdem ich beinahe auf dem Rückweg mit einem Lungenversagen
auf der Strecke geblieben wäre, weil der Berg so steil war (hierbei
danke ich Gerd für den großartigen Shuttle-Service zwischen Ein-
und Ausstieg) bin ich fix&foxi auf unserem Platz angekommen. Während
ich mir die Spaghetti munden ließ, aßen die anderen die Forellen
als Mitternachts-Snack bei Helligkeit. Danach machten noch ein paar Storys
am Lagerfeuer die Runde, bevor wir uns in die Kojen verzogen.
So. Nach dem Frühstück verließen wir den Platz, den wir
schon zum zweiten mal belegten, um weiter Richtung Nordnorwegen zu fahren,
an die Folla. Unsere Befahrungsroute sollte von Km 71-84 sein, der Einstieg
ist an einer Fußgänger-Hängebrücke. Um dorthin zu gelangen,
mussten wir über das Gehöft eines Bauern fahren, der dann auch
sehr sauer wurde. Dem Gerd rief er auch etwas mit erhobener Faust hinterher.
Als Gerd vom Auto-Umsetzen zurückkam, machten wir uns so schnell wie
möglich aufs Wasser, damit es keine weiteren Probleme mit dem "Bauer
Sauer" gibt. Nach einem kleinen Stück wird links ein Gehöft
sichtbar, von dem aus wir die Stelle schon besichtigt hatten. Dieses Stück
hatte es in sich, so kamen Schlag auf Schlag relativ große Walzen,
denen man nur sehr kurzfristig ausweichen konnte. Vor dem Kernstück
hielten wir an, um die Fahrroute zu besprechen, da man auf keinen Fall links
oder mittig fahren durfte, da es dort über einen großen Stein
ging, hinter dem ein mächtiger Rücklauf nur darauf wartete, mit
Paddler samt Boot zu spielen. Durch kamen wir alle prima, Patrick, der die
Stelle zu übereifrig anging, drehte sich vor der Stromzunge und passierte
diese dann rückwärts. Der restliche Verlauf des Flusses (ca.25m
breit) verlief etwas ruhiger, es tauchten zwar immer wieder Steine auf,
hinter denen große Walzen standen, aber mit kleinen Rückläufen.
An der Brücke, wo das Auto stand, wusch ich mir die Haare auf "Wildnorwegisch"
im Fluss. Im Boot sitzend, mit Neo und Spritzdecke bekleidet (sonst wäre
es zu kalt), machte ich eine Rolle. Dann schäumte ich mir die Haare
ein, das Shampoo wusch ich bei der nächsten Rolle wieder aus (ein saugeiles
Gefühl). Unser Übernachtungsplatz lag -wie sollte es anders sein
- direkt an der Folla. Nach einem Luxusessen , es gab nämlich Leberkäse
mit Gemüse und ein wenig Kartoffelpüree ( 12 Portionen) - ja,
Paddeln macht hungrig! - noch ein paar Bier. Dann gingen wir schlafen und
freuten uns auf den nächsten Tag, an dem wir das Paddeln sein lassen
wollten, um die geplagten Hände zu schonen.
Mo. Die Sonne brannte an diesem Morgen sehr extrem. So holte ich mir auch
einen leichten Sonnenbrand, nachdem ich über das Frühstück
hinaus noch etwas in der Sonne blieb. Patrick konnte diesen Tag wohl ohne
Paddeln nicht ertragen und testete Gerd's Boot ein bisschen in der Walze
direkt am Platz. Ich schnappte mir die Angel, um "nur mal kurz zu fischen",
doch als nach 5 Sek. schon die erste Forelle an der Rute zappelte, packte
mich das Fieber und ich blieb so lange, dass die anderen mich schon suchten
und mir dann auf der Straße mit dem Auto entgegen kamen. Wir wollten
ja noch weiter nach Westen. Zwei Bäche hatten wir uns vorgenommen:
die Schluchtstrecken der Jori und der Lora. Von der Jori mussten wir direkt
Abstand nehmen, im DKV-Führer wurde von einer Befahrung zwischen Mai
und Juni abgeraten, als HW war ein Pegel von 140cm =40m3/sek angegeben.
Wir hatten aber super HW von 160cm =60-80 m3/sek . Von der Brücke der
Straße E69 ging es zwei super Walzen hinunter, die aber im Vergleich
zur dritten nur Staub waren, denn da ging es eine 3m-Rutsche hinab. Und
wenn man nicht durch die Walze durch kam, in einen ca. 1,5m hohen Rücklauf
-Kessel (WW VI). That was a little bit to mutch!!! Nächste Station:
die Lora. Um auf den Forstweg zu kommen, der die Lora begleitet, mussten
wir zum ersten mal Maut bezahlen. Wir sollten aber auch mit dieser Schlucht
kein Glück haben, da ein geschätzter Pegel von ca.
10 m3/sek optimal wäre. Wir schätzten ihn auf 20-30 m3/sec, dadurch
waren mindestens zwei Stellen durch sehr gefährliche Unterspülungen
unfahrbar, aber der Oberlauf der Lora macht einen gesunden Eindruck. Wir
beschließen, dieses Stück morgen zu fahren, bis zu einer 3m hohen
Rutsche, die wir zum Playspot erklären und schöne Aufnahmen machen
wollten. Nach dem Essen nahm Gerd die Forelle aus (er wollte es unbedingt
lernen und ich war ihm dankbar) und sie verschwand beim Mitternachtsgrillen.
Di. Am nächsten Morgen fuhren wir zur Einsatzstelle des Oberlaufs (Km
16) der Lora. Dort ging es durch eine kleine Schlucht, welche einen humanen
Eindruck macht, eine Stelle war dabei, wo es in ein tiefes Loch ging, in
dem ein Stein lauert. Bernward & Patrick beschließen, erst ab
der Straßenbrücke bei Km 19 die Fahrt aufzunehmen, weil sie oberhalb
keine Zeit zum Warmpaddeln hätten, da es nach dem Einstieg mit wuchtigem
WW III los ging. Gerd und ich fuhren den Oberlauf, an dem Loch mit dem Stein
in der Mitte warteten die anderen beiden und filmten uns, dann trafen wir
uns an der Straßenbrücke. Gerd setzte das Fahrrad um und hängte
vor den 3m Playspot ein Geschirrtuch in einen Baum (die Rutsche wollten
wir nur einzeln fahren, die anderen sollten die Stelle sichern und filmen).
Bis zur Rutsche ging es kontinuierlich weiter wie im Oberlauf , WW III -
WW III+. Das Geschirrtuch war ganz gut zu sehen, so stiegen wir alle aus,
um die Rutsche zu betrachten. Nachdem wir das Lora-Monster ausgiebig beäugt
und die Fahrroute besprochen hatten, war Gerd der erste, der den nötigen
Mumm in den Knochen hatte. In der Walze warf es ihn schlagartig nach links
um, die Rolle saß perfekt. Da wir alle so mit dem Filmen beschäftigt
waren, hatte keiner so genau seine Route sehen können, so kam es, dass
er das "Ding" noch einmal vor uns befuhr. Es ging ihm genauso
wie davor, er wurde kräftig nach links gebretzelt. Nun war ich an der
Reihe, die Anfahrt saß perfekt und ich kam mit kräftigem Linksstützen
durch. Jetzt wollte Patrick, auch er kam sehr gut durch, musste wie ich
nur links stützen. Bernward, der uns alle toppte, befuhr das Monster
mit einer prächtigen Heckkerze, ohne zu rollen, und das sogar vor laufender
Kamera (selten, dass so etwas dann klappt!). Nun wollten Gerd und ich noch
einmal. Bei Gerd dauerte die Rolle etwas länger, da er etwas von der
Walze gehalten wurde, ich überschlug mich kräftig nach hinten,
sonst war es o.k. ! Gerd und ich waren so fasziniert von der Stelle, schleppten
die Boote noch ein letztes Mal nach oben. Gerd fuhr zuerst, bei ihm hielt
die Spritzdecke dem Druck nicht stand, er rettete sich trotzdem im Boot
sitzend ins Kehrwasser auf der linken Seite. Ich ging den Schwall wohl zu
locker an und bekam so eine vor den Latz gehauen, dass ich längs auf
dem Boot lag und nur mit größter Mühe rollen konnte. Bei
dieser Aktion muss ich wohl meine Bauchmuskeln überstrapaziert haben,
so dass ich am Abend und in den nächsten Tagen Schmerzen im Bauch verspürte.
Das müsste dann reichen, dachten wir uns und tranken ein kühles
Siegerbier (wir hatten wohl alle das Lied "We are the champions"
im Kopf)!!! Während dem Bier tauchten ein paar Engländer auf,
die die Rutsche betrachteten. Sie fragten uns, ob sie fahrbar ist, dann
waren sie schon wieder weg. Bis wir die Boote auf dem Dach hatten, waren
sie schon durch die Rutsche gebrettert. Zum Übernachten fuhren wir
an die Otta, einen sehr breiten und schnellen Fluss.
Mi. Jetzt war die Sjoa auf dem Programm, Die Befahrung sollte von Km 50-60
gehen. Die Sjoa ist einer der beliebtesten und schwersten Wildbäche
Norwegens. Nach dem Warmpaddeln ging es in eine Rechtskurve, die WW IV-Charakter
hatte. Man hätte aber auch sehr gut in der Innenkurve den Chicken Way
mit WW II wählen können. hHben wir aber nicht. Es ging weiter
mit sportlichem und spritzigem WW III, bis nach der Pegelbrücke. Es
folgte eine kleine Stufe mit zwei Walzen, die erste mit gewaltigem Rücklauf,
welche man aber sehr gut umfahren konnte. Dann ging es gemütlich weiter
bis zum Anfang einer kleinen, aber heftigen Schlucht mit WW V, kurz vor
der Slalomstrecke. Gerd, der filmen wollte, erreichte das Kehrwasser nicht
und wurde kräftig aufgemischt. Er wartete dann am Anfang der Slalomstrecke
mit dem Wurfsack auf uns. Wir hatten nicht gesehen, dass er durch die Schlucht
getrieben war, und warteten, dass er uns ein Zeichen gibt, dass er bereit
sei. Nach ca. 5-10 Min. beschloss ich, durch die Schlucht zu paddeln und
nachzusehen, ob er dort ist. Nachdem ich einer fetten Walze ganz rechts
entkommen war, erwischte mich die nächste, die in der Mitte lauerte.
Sie warf mich hart um, nach der Rolle ging es - nach Luft japsend und mit
viel Adrenalin - durch die nächsten Wellenberge, mit der Erwartung
der nächsten Löcher, bis ich dann glücklich im Start-Kehrwasser
der Slalomstrecke ankam, und dort Gerd sah. Er sagte, dass er beim Traversieren
nicht durch die starke Strömung kam, und die Walze, die mich umwarf,
rückwärts nahm. Der Rest verlief ähnlich wie bei mir. Kurz
nach mir folgte Bernward. Nachdem wir ca. 10 Min. auf Patrick gewartet hatten,
dachten wir, er umträgt die harte Schlucht und wartet an der Straße
auf uns. Wir drei fuhren durch die Slalomstrecke, auf der schon Junioren-WM's
ausgetragen wurden. Dort packte mich eine Walze, die mich aber nach kurzem
Surf wieder los ließ. Jetzt war klar: hier finden keine 0815 Wettkämpfe
statt. Plötzlich stand Patrick neben uns, der nur die beiden Walzen
am Anfang der Schlucht umtragen hatte und dann durchgepaddelt war. Er wollte
nun die Slalomstrecke durchfahren, ich sollte ihn fotografieren. Gerd wollte
filmen und Bernward nahm den Wurfsack in die Hand. Plötzlich kenterte
er, die Rolle misslang und er schwamm. Gerd und ich rannten zum Ende der
Strecke, wo unsere Wurfsäcke lagen. Bernward warf ihm von einem Felsen
den Sack rüber, er hatte nur keinen festen Halt, so kam es, dass er
ins Wasser fiel. Die Strömung war so stark, dass Patrick so schnell
schwamm (trieb), wie wir rennen konnten, so kam es, dass die Rettungsaktion
nicht einwandfrei klappte und das Paddel abtrieb. Da die Aussatzstelle die
letzte sichere Möglichkeit war, den Fluss vor den schweren Durchbruchschluchten
zu verlassen (WW V+ -WW VI), versuchte niemand von uns, mit dem Boot das
Paddel noch zu erreichen. Tja, Verluste gibt's, aber besser 10 x Material
als Personen! Außerdem kann Patrick jetzt endlich auf ein richtiges
Paddel (rechts gedreht) umsteigen. Nachdem wir uns die Slalomstrecke angesehen
haben, es wurden nämlich sehr schöne Stege und Tribünen im
Bereich der Schlucht errichtet, mit Holz, das nur aus den umliegenden Wäldern
kam. Wir fuhren zum sehenswürdigen Ridderspranget, einem Wasserfall,
der seinen Namen aus einer Sage hat, in der ein Ritter über die Klamm
sprang und den ihm folgenden Widersacher in die tosenden Fluten stieß
(wenn er nicht gestorben ist, springt er noch heute). Zum Wasserfall, der
absolut unfahrbar ist, erst mal geht es 5m hinab, 3m gerade und dann in
eine 3m-Rutsche, danach durch eine ca. 200m lange, 5m breite Schlucht (am
Ende sind die Felsen so nahe, dass der Ritter drüber kam, 1,5m) und
das alles mit 30-40m3/sek, das ist 3-4 mal so viel wie am Eiskanal. Wir
fuhren zu einem wilden Campingplatz, der auch die Aussatzstelle für
die Tour am nächsten Tag sein sollte und die letzte Tour auf norwegischen
Bächen in diesem Urlaub!!!!
Do. Aus der geplanten Tour vom Ridderspranget bis zu den Burusten Fällen
wurde leider nichts. Nachdem Patrick und ich über eine Stunde nach
einer Einsatzstelle gesucht haben. Auf Grund dessen beschlossen wir, die
Strecke vom Vortag zu befahren, diesmal aber die Schlucht und die Slalomstrecke
auszulassen. Bernward, der wohl nicht so scharf auf das Paddeln war, erklärte
sich bereit, das Auto von der Einsatzstelle bis zum Aussatz zu fahren. Da
wir die Strecke schon kannten, nahmen wir uns die Zeit, einige von den dicken
Wellen abzureiten. Nachdem wir eine Topwelle entdeckt hatten, wollte Patrick
ein paar Fotos machen, doch wie das so ist, klappt vor der Kamera selten
was. Gerd kam nicht in die Welle und ich kenterte direkt, als ich drin war.
Die andern beiden waren schon voraus, als ich die Superwelle entdeckte.
Beim Surf drehte ich mich um und sah hinter mir einen Wasserberg von 1m
höher als ich, vor mir ging es 1,5m hinab. Plötzlich tauchte die
Bootsspitze ins Wasser ein und es schoss mich aus der Welle. Schade! War
echt geil. Am Aussatz angekommen, konnte ich mich nicht direkt von dem norwegischem
Wasser trennen und blieb deshalb noch 10 Min. im Boot sitzen und lies die
Hände im kalten, aber kristallklaren Wasser baumeln. Am Abend wollten
wir an der Frya übernachten, um uns den Fluss für das nächste
Mal anzusehen, was aber nichts wurde, da der Fluss ziemlich trocken lag
und nur über eine Mautstraße zu erreichen war. So kam es, dass
wir zum Übernachten auf einen Berg fuhren und dort sehr schmerzhafte
Erfahrungen mit den Mücken machten, die durch das gute Wetter die letzten
Tage geschlüpft waren und zu hunderten unser leckeres Blut wollten.
Welch ein Glück, dass das Wetter vor unserer Ankunft nicht so gut war,
sonst wäre das die ganze Zeit so gewesen. Nächstes Mal habe ich
einen Imkerhut dabei.
Fr. Der Übernachtungsplatz war diesmal so schlecht wegen der Mücken
und der Sonne, so dass wir schon um 6 Uhr auf den Beinen waren, obwohl wir
erst um 1 Uhr ins Bett gekommen waren. Sofort nach dem Aufstehen setzte
Gerd sich hinter das Steuer und wir flohen vor den lästigen Plagegeistern,
um an einem anderen Rastplatz zu frühstücken und noch ne Runde
zu pennen. Dann ging es gemütlich Richtung Oslo, leider wartet dort
die Fähre in Richtung Zivilisation. Auf der Fähre tranken wir
noch ein Abschiedsbier, dann genehmigten wir uns eine warme Dusche. Das
tat sehr gut! Voll von super Erinnerungen schliefen wir ein. Gerd und Patrick
erst nachdem sie die Schiffs-Disco besucht hatten.
Sa. In Dänemark suchten wir uns dann einen schönen Platz am Meer,
an dem Gerd dann preisgab, dass Bernward heute Geburtstag hat. Eigentlich
hatten wir vor, in Klietmoeller in der Brandung zu surfen (eigentlich 2-4m
hohe Wellen). Dieses Geschenk war Bernward nicht vergönnt, da der Wind
vom Land weg wehte. So beschlossen wir, nach Kiel zu fahren und die Nacht
bei dem Geburtstagskind zu verbringen.
Für uns alle ist klar, dass dies zwar der erste, aber nicht der letzte Trip nach Norwegen war!
Dany Fenzl