Fahrtenbericht

Fahrtenbericht - Norwegen '02

Mi. Beginn unseres Norwegen - Trip's. Gerd holt mich von zu Hause ab, es geht Richtung Kiel, wo wir zuerst Patrick und dann Bernward auflesen werden. Die Fahrt zieht sich ewig, durch die vielen Staus des hessischen Wochenendverkehrs. In Bad Bramstett angekommen, schmeißen wir das Boot von Patrick aufs Dach, er springt ins Auto.
Do. Nächste Station: Bernward. Bei ihm angekommen, sind Gerd und ich schon 10 Std. unterwegs, trotzdem geht es pausenlos weiter nach Fredericks Hafen. Schon um drei Uhr beginnt hier die Dämmerung, was Gutes für Norwegen erwarten lässt. In Fredericks Hafen haben wir noch drei Std., bis wir auf die Fähre nach Oslo "dürfen". Die Überfahrt dauert noch einmal 8,5 Std. Auf der Fähre sind Einarmige Banditen, die komischerweise hauptsächlich von Rentnern bedient werden. Kurz vor der Ankunft musste Patrick austreten, weshalb er zu Fuß (mit den Rentnern) das Schiff verlassen muss. Wir warten außerhalb des Zolls auf ihn. Weiter geht's wieder mit dem Auto. Wir fahren weiter ins Land hinein, die erste Std. kommen wir uns vor wie in Deutschland (viel Stadt, wenig Land), doch schlagartig verlassen wir die städtische Gegend, das Land öffnet sich mit schönen Bergen und noch schöneren Tälern. Seit unserer Ankunft in Oslo sind wir schon wieder 4 Std. unterwegs, seit Frankfurt knapp 29 Std. Fahrt. Ob sich das gelohnt hat??!!! Wir haben einen tollen Rastplatz ausgemacht in 1400 m Höhe mit Blick auf vereiste Hänge, die aber nur noch ca.200 m höher als wir sind. Es ist dementsprechend frisch. Schnell kochen wir uns ein leckeres Drei Sterne Dosen Menü - es ist sicherlich das beste Essen seit Tagen ( Hunger ist der beste Koch) für uns, total KO fallen wir ins Bett (oh, ins Auto, mein ich), jeder von uns träumt diese Nacht von den nächsten Tagen und wartet gespannt auf den nächsten Morgen; damit meine ich, dass die Uhr mindestens neun zeigt, denn richtig dunkel wird es hier nicht. Die Dämmerung beginnt um 23 Uhr und ab 2 Uhr wird es wieder heller, ohne dass es dunkel war, um 3.30 Uhr geht dann die Sonne auf.
Fr. Nach einem Kaffee kann das Frühstück und die Tagesbesprechung beginnen.
Wir haben uns heute die Atna ausgesucht, um nicht gleich einen zu harten Einstieg zu erleben. Wir werden den Bach von Km 70-82 fahren. Zuerst geht's zur Ausstiegsstelle, um das Fahrrad zu deponieren, dann geht's hoch über einen kleinen Forstweg, bis dieser gesperrt ist, dort springen wir in die Neos und ab die Post! Das Wasser fließt zügig und glasklar (viel schöner & kälter als in den Alpen), bis Gerd sich umdreht und sagt: "Jetzt geht's los!" Da hören wir auch schon das Rauschen einer munteren Schwallstrecke, danach kommt eine Holzbrücke, hinter der wir links anlanden, um uns den wuchtigen Katarakt anzusehen. Vom Ufer sieht es gar nicht mehr so gefährlich wie vom Boot aus, nur riesige Wellenberge ohne Verlockung (WW III+), also schnurstracks durch. Danach geht es weiter zügig voran, aber nicht ganz so wuchtig. Bei den nächsten großen Wellen wollte ich gerade mal bisschen surfen, als ich bemerkte, dass Bernward direkt hinter mir schwamm mit dem WalzenWolf (sein neues Boot) in der Hand. Kein großes Problem, ihn zu bergen. Kurz vor der Ausstiegsstelle sah ich einen Elch, der vor uns flüchtete und dabei den Wald kräftig umpflügt. An der Aussatzstelle angekommen (rechts mündet der Bach von morgen in die Atna - die Setninga), spielten wir noch ein bisschen in einer schönen Surfwelle mit dahinter liegender Walze. Als wir drei schon aus den Booten waren, testete Patrick unsere Reflexe. Er kenterte und schwamm, doch ruckzuck war der rettende Wurfsack im Wasser und somit die Situation gemeistert. (Dieser Tag war wohl nicht so erfolgreich für die Nordlichter). Gerd strampelte mit dem Fahrrad den gesperrten Forstweg zurück zum Auto. Unweit fanden wir einen herrlichen Platz zum Übernachten, direkt an der Setninga. Nachdem wir uns mit leckerem Gegrilltem gestärkt hatten, besichtigten wir ein schweres Teilstück des Baches (direkt oberhalb der Betonbrücke - WW IV, welches als Richtwert für die Befahrung der Schlucht gilt). Da man die schwersten Stellen im Fluss umtragen kann, beschließen wir nach unserem Schönheitsschlaf die Setninga direkt unterhalb eines Sees zu befahren, bis direkt nach dem Schwall vor der Betonbrücke.
Sa. So, wir stehen jetzt am See, von dem wir unsre Tour starten, das Bike haben wir schon am Übernachtungsplatz stehen gelassen. Der Fluss ( schmaler als die Atna) plätschert erst gemächlich vor sich hin, bis es dann rasanter wird, und die aufspritzende Gischt uns dazu bewegt, links anzulanden und die Stelle zu besichtigen. Es geht über einen großen Stein, hinter dem eine große Walze steht, in ein großes Kehrwasser(WW III - WW IV+). Ich befahre die Stelle zuerst, während die anderen unten - mit Wurfsack und Kamera bewaffnet -mein Ankommen erwarten: Ich, mit dem ungewissen Gefühl im Bauch, bretterte so schnell (chicken way) an der Walze vorbei, dass Gerd mich gar nicht mit der Kamera zu fassen bekam. Unten heil angekommen, löste ich die anderen ab und sicherte die Stelle, sie kamen prima durch. So ging es mit einem zufriedenen Gefühl weiter. Den nächsten Schwall (WW III+) paddelten wir, ohne auszusteigen durch, Bernward mutig voran, Patrick, der zuletzt fuhr, machte zu wenig speed, wurde von der Walze gestoppt und zurück gezogen. Nach ausdauerndem Stützen wurde er dann entlassen. Nun begann das Kernstück in der Schlucht. Nach mühsamem Besichtigen der Stelle (WW V- fünf Stufen, zum Teil sehr eng auf ca.200 m mit größeren Walzen, manche mit Rücklauf und starkem Presswasser auf die Felsen), die sehr schön und eindrucksvoll war, da sich in drei Kurven Eisblöcke an den Wänden befanden, welche von einem kühlen und langen Winter zeugten. Patrick beschloss, den nicht minder schweren Weg über den Hang zu umtragen, wir drei anderen paddelten und kamen prima durch. Patrick, der wieder zu uns gestoßen war, fuhr die letzte Stufe mit uns. Danach verlief der Bach bis zu dem Stück vor der Brücke in seiner supertollen Schlucht, von Nadelbäumen umgeben, ohne Extreme, aber mit stetigem Gefälle weiter. Den Teil vor der Brücke wollte Gerd filmen, deshalb fuhr er zuerst in der Walze schoss er eine sagenhafte Heck-Kerze, die wir sogar von oben sahen. Bernward und ich trafen die Ideallinie. Patrick, der auf dem Abfall wohl einen dicken Krebs sah, ihn aber trotz ausgiebigem Tauchen nicht zu packen bekam, kam mit einer kleinen Schürfwunde ans Ufer. Auf dem Weg zu unserem ersten Übernachtungsplatz kamen wir an dem See, der die Setninga speist, vorbei, wo wir einige Forellen steigen sahen. Daraufhin beschloss ich, mich samt Bike und Angel aussetzen zu lassen, während die anderen das Essen vorbereiten. Es bissen doch tatsächlich drei kleine Bachforellen in den Forellen imitierenden Kunstköder (ganz schön kanibalisch). Nachdem ich beinahe auf dem Rückweg mit einem Lungenversagen auf der Strecke geblieben wäre, weil der Berg so steil war (hierbei danke ich Gerd für den großartigen Shuttle-Service zwischen Ein- und Ausstieg) bin ich fix&foxi auf unserem Platz angekommen. Während ich mir die Spaghetti munden ließ, aßen die anderen die Forellen als Mitternachts-Snack bei Helligkeit. Danach machten noch ein paar Storys am Lagerfeuer die Runde, bevor wir uns in die Kojen verzogen.
So. Nach dem Frühstück verließen wir den Platz, den wir schon zum zweiten mal belegten, um weiter Richtung Nordnorwegen zu fahren, an die Folla. Unsere Befahrungsroute sollte von Km 71-84 sein, der Einstieg ist an einer Fußgänger-Hängebrücke. Um dorthin zu gelangen, mussten wir über das Gehöft eines Bauern fahren, der dann auch sehr sauer wurde. Dem Gerd rief er auch etwas mit erhobener Faust hinterher. Als Gerd vom Auto-Umsetzen zurückkam, machten wir uns so schnell wie möglich aufs Wasser, damit es keine weiteren Probleme mit dem "Bauer Sauer" gibt. Nach einem kleinen Stück wird links ein Gehöft sichtbar, von dem aus wir die Stelle schon besichtigt hatten. Dieses Stück hatte es in sich, so kamen Schlag auf Schlag relativ große Walzen, denen man nur sehr kurzfristig ausweichen konnte. Vor dem Kernstück hielten wir an, um die Fahrroute zu besprechen, da man auf keinen Fall links oder mittig fahren durfte, da es dort über einen großen Stein ging, hinter dem ein mächtiger Rücklauf nur darauf wartete, mit Paddler samt Boot zu spielen. Durch kamen wir alle prima, Patrick, der die Stelle zu übereifrig anging, drehte sich vor der Stromzunge und passierte diese dann rückwärts. Der restliche Verlauf des Flusses (ca.25m breit) verlief etwas ruhiger, es tauchten zwar immer wieder Steine auf, hinter denen große Walzen standen, aber mit kleinen Rückläufen. An der Brücke, wo das Auto stand, wusch ich mir die Haare auf "Wildnorwegisch" im Fluss. Im Boot sitzend, mit Neo und Spritzdecke bekleidet (sonst wäre es zu kalt), machte ich eine Rolle. Dann schäumte ich mir die Haare ein, das Shampoo wusch ich bei der nächsten Rolle wieder aus (ein saugeiles Gefühl). Unser Übernachtungsplatz lag -wie sollte es anders sein - direkt an der Folla. Nach einem Luxusessen , es gab nämlich Leberkäse mit Gemüse und ein wenig Kartoffelpüree ( 12 Portionen) - ja, Paddeln macht hungrig! - noch ein paar Bier. Dann gingen wir schlafen und freuten uns auf den nächsten Tag, an dem wir das Paddeln sein lassen wollten, um die geplagten Hände zu schonen.
Mo. Die Sonne brannte an diesem Morgen sehr extrem. So holte ich mir auch einen leichten Sonnenbrand, nachdem ich über das Frühstück hinaus noch etwas in der Sonne blieb. Patrick konnte diesen Tag wohl ohne Paddeln nicht ertragen und testete Gerd's Boot ein bisschen in der Walze direkt am Platz. Ich schnappte mir die Angel, um "nur mal kurz zu fischen", doch als nach 5 Sek. schon die erste Forelle an der Rute zappelte, packte mich das Fieber und ich blieb so lange, dass die anderen mich schon suchten und mir dann auf der Straße mit dem Auto entgegen kamen. Wir wollten ja noch weiter nach Westen. Zwei Bäche hatten wir uns vorgenommen: die Schluchtstrecken der Jori und der Lora. Von der Jori mussten wir direkt Abstand nehmen, im DKV-Führer wurde von einer Befahrung zwischen Mai und Juni abgeraten, als HW war ein Pegel von 140cm =40m3/sek angegeben. Wir hatten aber super HW von 160cm =60-80 m3/sek . Von der Brücke der Straße E69 ging es zwei super Walzen hinunter, die aber im Vergleich zur dritten nur Staub waren, denn da ging es eine 3m-Rutsche hinab. Und wenn man nicht durch die Walze durch kam, in einen ca. 1,5m hohen Rücklauf -Kessel (WW VI). That was a little bit to mutch!!! Nächste Station: die Lora. Um auf den Forstweg zu kommen, der die Lora begleitet, mussten wir zum ersten mal Maut bezahlen. Wir sollten aber auch mit dieser Schlucht kein Glück haben, da ein geschätzter Pegel von ca.
10 m3/sek optimal wäre. Wir schätzten ihn auf 20-30 m3/sec, dadurch waren mindestens zwei Stellen durch sehr gefährliche Unterspülungen unfahrbar, aber der Oberlauf der Lora macht einen gesunden Eindruck. Wir beschließen, dieses Stück morgen zu fahren, bis zu einer 3m hohen Rutsche, die wir zum Playspot erklären und schöne Aufnahmen machen wollten. Nach dem Essen nahm Gerd die Forelle aus (er wollte es unbedingt lernen und ich war ihm dankbar) und sie verschwand beim Mitternachtsgrillen.
Di. Am nächsten Morgen fuhren wir zur Einsatzstelle des Oberlaufs (Km 16) der Lora. Dort ging es durch eine kleine Schlucht, welche einen humanen Eindruck macht, eine Stelle war dabei, wo es in ein tiefes Loch ging, in dem ein Stein lauert. Bernward & Patrick beschließen, erst ab der Straßenbrücke bei Km 19 die Fahrt aufzunehmen, weil sie oberhalb keine Zeit zum Warmpaddeln hätten, da es nach dem Einstieg mit wuchtigem WW III los ging. Gerd und ich fuhren den Oberlauf, an dem Loch mit dem Stein in der Mitte warteten die anderen beiden und filmten uns, dann trafen wir uns an der Straßenbrücke. Gerd setzte das Fahrrad um und hängte vor den 3m Playspot ein Geschirrtuch in einen Baum (die Rutsche wollten wir nur einzeln fahren, die anderen sollten die Stelle sichern und filmen). Bis zur Rutsche ging es kontinuierlich weiter wie im Oberlauf , WW III - WW III+. Das Geschirrtuch war ganz gut zu sehen, so stiegen wir alle aus, um die Rutsche zu betrachten. Nachdem wir das Lora-Monster ausgiebig beäugt und die Fahrroute besprochen hatten, war Gerd der erste, der den nötigen Mumm in den Knochen hatte. In der Walze warf es ihn schlagartig nach links um, die Rolle saß perfekt. Da wir alle so mit dem Filmen beschäftigt waren, hatte keiner so genau seine Route sehen können, so kam es, dass er das "Ding" noch einmal vor uns befuhr. Es ging ihm genauso wie davor, er wurde kräftig nach links gebretzelt. Nun war ich an der Reihe, die Anfahrt saß perfekt und ich kam mit kräftigem Linksstützen durch. Jetzt wollte Patrick, auch er kam sehr gut durch, musste wie ich nur links stützen. Bernward, der uns alle toppte, befuhr das Monster mit einer prächtigen Heckkerze, ohne zu rollen, und das sogar vor laufender Kamera (selten, dass so etwas dann klappt!). Nun wollten Gerd und ich noch einmal. Bei Gerd dauerte die Rolle etwas länger, da er etwas von der Walze gehalten wurde, ich überschlug mich kräftig nach hinten, sonst war es o.k. ! Gerd und ich waren so fasziniert von der Stelle, schleppten die Boote noch ein letztes Mal nach oben. Gerd fuhr zuerst, bei ihm hielt die Spritzdecke dem Druck nicht stand, er rettete sich trotzdem im Boot sitzend ins Kehrwasser auf der linken Seite. Ich ging den Schwall wohl zu locker an und bekam so eine vor den Latz gehauen, dass ich längs auf dem Boot lag und nur mit größter Mühe rollen konnte. Bei dieser Aktion muss ich wohl meine Bauchmuskeln überstrapaziert haben, so dass ich am Abend und in den nächsten Tagen Schmerzen im Bauch verspürte. Das müsste dann reichen, dachten wir uns und tranken ein kühles Siegerbier (wir hatten wohl alle das Lied "We are the champions" im Kopf)!!! Während dem Bier tauchten ein paar Engländer auf, die die Rutsche betrachteten. Sie fragten uns, ob sie fahrbar ist, dann waren sie schon wieder weg. Bis wir die Boote auf dem Dach hatten, waren sie schon durch die Rutsche gebrettert. Zum Übernachten fuhren wir an die Otta, einen sehr breiten und schnellen Fluss.
Mi. Jetzt war die Sjoa auf dem Programm, Die Befahrung sollte von Km 50-60 gehen. Die Sjoa ist einer der beliebtesten und schwersten Wildbäche Norwegens. Nach dem Warmpaddeln ging es in eine Rechtskurve, die WW IV-Charakter hatte. Man hätte aber auch sehr gut in der Innenkurve den Chicken Way mit WW II wählen können. hHben wir aber nicht. Es ging weiter mit sportlichem und spritzigem WW III, bis nach der Pegelbrücke. Es folgte eine kleine Stufe mit zwei Walzen, die erste mit gewaltigem Rücklauf, welche man aber sehr gut umfahren konnte. Dann ging es gemütlich weiter bis zum Anfang einer kleinen, aber heftigen Schlucht mit WW V, kurz vor der Slalomstrecke. Gerd, der filmen wollte, erreichte das Kehrwasser nicht und wurde kräftig aufgemischt. Er wartete dann am Anfang der Slalomstrecke mit dem Wurfsack auf uns. Wir hatten nicht gesehen, dass er durch die Schlucht getrieben war, und warteten, dass er uns ein Zeichen gibt, dass er bereit sei. Nach ca. 5-10 Min. beschloss ich, durch die Schlucht zu paddeln und nachzusehen, ob er dort ist. Nachdem ich einer fetten Walze ganz rechts entkommen war, erwischte mich die nächste, die in der Mitte lauerte. Sie warf mich hart um, nach der Rolle ging es - nach Luft japsend und mit viel Adrenalin - durch die nächsten Wellenberge, mit der Erwartung der nächsten Löcher, bis ich dann glücklich im Start-Kehrwasser der Slalomstrecke ankam, und dort Gerd sah. Er sagte, dass er beim Traversieren nicht durch die starke Strömung kam, und die Walze, die mich umwarf, rückwärts nahm. Der Rest verlief ähnlich wie bei mir. Kurz nach mir folgte Bernward. Nachdem wir ca. 10 Min. auf Patrick gewartet hatten, dachten wir, er umträgt die harte Schlucht und wartet an der Straße auf uns. Wir drei fuhren durch die Slalomstrecke, auf der schon Junioren-WM's ausgetragen wurden. Dort packte mich eine Walze, die mich aber nach kurzem Surf wieder los ließ. Jetzt war klar: hier finden keine 0815 Wettkämpfe statt. Plötzlich stand Patrick neben uns, der nur die beiden Walzen am Anfang der Schlucht umtragen hatte und dann durchgepaddelt war. Er wollte nun die Slalomstrecke durchfahren, ich sollte ihn fotografieren. Gerd wollte filmen und Bernward nahm den Wurfsack in die Hand. Plötzlich kenterte er, die Rolle misslang und er schwamm. Gerd und ich rannten zum Ende der Strecke, wo unsere Wurfsäcke lagen. Bernward warf ihm von einem Felsen den Sack rüber, er hatte nur keinen festen Halt, so kam es, dass er ins Wasser fiel. Die Strömung war so stark, dass Patrick so schnell schwamm (trieb), wie wir rennen konnten, so kam es, dass die Rettungsaktion nicht einwandfrei klappte und das Paddel abtrieb. Da die Aussatzstelle die letzte sichere Möglichkeit war, den Fluss vor den schweren Durchbruchschluchten zu verlassen (WW V+ -WW VI), versuchte niemand von uns, mit dem Boot das Paddel noch zu erreichen. Tja, Verluste gibt's, aber besser 10 x Material als Personen! Außerdem kann Patrick jetzt endlich auf ein richtiges Paddel (rechts gedreht) umsteigen. Nachdem wir uns die Slalomstrecke angesehen haben, es wurden nämlich sehr schöne Stege und Tribünen im Bereich der Schlucht errichtet, mit Holz, das nur aus den umliegenden Wäldern kam. Wir fuhren zum sehenswürdigen Ridderspranget, einem Wasserfall, der seinen Namen aus einer Sage hat, in der ein Ritter über die Klamm sprang und den ihm folgenden Widersacher in die tosenden Fluten stieß (wenn er nicht gestorben ist, springt er noch heute). Zum Wasserfall, der absolut unfahrbar ist, erst mal geht es 5m hinab, 3m gerade und dann in eine 3m-Rutsche, danach durch eine ca. 200m lange, 5m breite Schlucht (am Ende sind die Felsen so nahe, dass der Ritter drüber kam, 1,5m) und das alles mit 30-40m3/sek, das ist 3-4 mal so viel wie am Eiskanal. Wir fuhren zu einem wilden Campingplatz, der auch die Aussatzstelle für die Tour am nächsten Tag sein sollte und die letzte Tour auf norwegischen Bächen in diesem Urlaub!!!!
Do. Aus der geplanten Tour vom Ridderspranget bis zu den Burusten Fällen wurde leider nichts. Nachdem Patrick und ich über eine Stunde nach einer Einsatzstelle gesucht haben. Auf Grund dessen beschlossen wir, die Strecke vom Vortag zu befahren, diesmal aber die Schlucht und die Slalomstrecke auszulassen. Bernward, der wohl nicht so scharf auf das Paddeln war, erklärte sich bereit, das Auto von der Einsatzstelle bis zum Aussatz zu fahren. Da wir die Strecke schon kannten, nahmen wir uns die Zeit, einige von den dicken Wellen abzureiten. Nachdem wir eine Topwelle entdeckt hatten, wollte Patrick ein paar Fotos machen, doch wie das so ist, klappt vor der Kamera selten was. Gerd kam nicht in die Welle und ich kenterte direkt, als ich drin war. Die andern beiden waren schon voraus, als ich die Superwelle entdeckte. Beim Surf drehte ich mich um und sah hinter mir einen Wasserberg von 1m höher als ich, vor mir ging es 1,5m hinab. Plötzlich tauchte die Bootsspitze ins Wasser ein und es schoss mich aus der Welle. Schade! War echt geil. Am Aussatz angekommen, konnte ich mich nicht direkt von dem norwegischem Wasser trennen und blieb deshalb noch 10 Min. im Boot sitzen und lies die Hände im kalten, aber kristallklaren Wasser baumeln. Am Abend wollten wir an der Frya übernachten, um uns den Fluss für das nächste Mal anzusehen, was aber nichts wurde, da der Fluss ziemlich trocken lag und nur über eine Mautstraße zu erreichen war. So kam es, dass wir zum Übernachten auf einen Berg fuhren und dort sehr schmerzhafte Erfahrungen mit den Mücken machten, die durch das gute Wetter die letzten Tage geschlüpft waren und zu hunderten unser leckeres Blut wollten. Welch ein Glück, dass das Wetter vor unserer Ankunft nicht so gut war, sonst wäre das die ganze Zeit so gewesen. Nächstes Mal habe ich einen Imkerhut dabei.
Fr. Der Übernachtungsplatz war diesmal so schlecht wegen der Mücken und der Sonne, so dass wir schon um 6 Uhr auf den Beinen waren, obwohl wir erst um 1 Uhr ins Bett gekommen waren. Sofort nach dem Aufstehen setzte Gerd sich hinter das Steuer und wir flohen vor den lästigen Plagegeistern, um an einem anderen Rastplatz zu frühstücken und noch ne Runde zu pennen. Dann ging es gemütlich Richtung Oslo, leider wartet dort die Fähre in Richtung Zivilisation. Auf der Fähre tranken wir noch ein Abschiedsbier, dann genehmigten wir uns eine warme Dusche. Das tat sehr gut! Voll von super Erinnerungen schliefen wir ein. Gerd und Patrick erst nachdem sie die Schiffs-Disco besucht hatten.
Sa. In Dänemark suchten wir uns dann einen schönen Platz am Meer, an dem Gerd dann preisgab, dass Bernward heute Geburtstag hat. Eigentlich hatten wir vor, in Klietmoeller in der Brandung zu surfen (eigentlich 2-4m hohe Wellen). Dieses Geschenk war Bernward nicht vergönnt, da der Wind vom Land weg wehte. So beschlossen wir, nach Kiel zu fahren und die Nacht bei dem Geburtstagskind zu verbringen.

Für uns alle ist klar, dass dies zwar der erste, aber nicht der letzte Trip nach Norwegen war!

Dany Fenzl