Höchster-Kanu-Club Wiking e.V. 1921
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Fahrtenbericht Unterweser 2008
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Paddeltour auf der Unterweser 20.+21. September 2008

Als Unterweser wird der Teil der Wesermündung zwischen Bremen und Bremerhafen bezeichnet. Dort ist die Weser bereits von den Gezeiten der Nordsee beeinflusst. Diese Tideströmungen müssen bei der Routenplanung mit dem Kajak berücksichtigt werden. Die Geschwindigkeiten dieser Strömungen liegen in der Spanne, die mit dem Kajak erreichbar sind, es macht aber wenig Sinn gegenan zu paddeln, weil man dadurch nicht sehr weit kommt.

Zwischen Brake und Nordenham befindet sich eine Insel in der Weser, die Strohauser Plate. Auf ihrer westlichen Seite läuft die Hauptrinne der Weser vorbei, die als Fahrrinne für die Seeschifffahrt ausgebaut ist. Auf ihrer Ostseite liegt ein kleiner Nebenarm, die Schweiburg, den wir mit dem Kajak erkunden wollten.

An unserem Wochenende tritt die Ebbe jeweils Mittags und Mitternachts ein, während die Hochwässer morgens und abends liegen. Es ist sonniges Wetter und ein milder Nordostwind vorhergesagt, so dass wir Samstag zeitig in Frankfurt abfahren und Mittags in Absen die Schweiburg erreichen.

Es ist gerade Ebbe, die Rinne der Schweiburg ist fast ganz trockengefallen. Der schlickige Grund erlaubt es uns noch nicht, mit den Booten bis zum Wasser zu gelangen. Beim Warten werden wir Zeugen eines seltenen Phänomens: Die Flutwelle läuft als sichtbare Welle in diesen Nebenarm ein.

 

Nach dem Durchlauf dieser kleinen Welle steigt das Wasser schnell an und ein sehr rascher Flutstrom setzt ein. Wir warten noch etwas. Währenddessen wird der Flutstrom ein wenig langsamer. Nun können wir auf dem rutschigen Bohlensteg mit den Kajaks das Wasser erreichen.

Endlich glücklich im Wasser, fahren wir gegen den Flutstrom Richtung Norden. Dabei halten wir uns dicht ans Östliche Ufer, wo die Strömung langsamer ist. Dabei beobachten wir, wie die ausgedehnten Röhrichtflächen durch ihre kleinen Nebenprile langsam volllaufen.

 

 

Nach ca. 1,5 km zweigt links das Sieltief Strohauser Deich ab, in dem sich ein Yachthafen befindet, dessen Zufahrt mit Pricken markiert ist. Ab dort lassen wir uns mit der immer noch auflaufenden Flut zurücktreiben und nehmen am späten Nachmittag, der höchste Wasserstand ist bereits fast erreicht, die Boote nun bequem am Steg aus dem Wasser.

 

 

Am Sonntag Vormittag setzen wir bei kräftig laufendem Ebbstrom die Boote an der Golzwarder Fähre ins Wasser. Kaum im Wasser erreichen wir schon die südliche Mündung der Schweiburg. Doch welches Pech: Es läuft nur ein trübes Rinnsahl von den Schlickflächen heruter. Eine Einfahrt in die Schweiburg ca. 3 Stunden nach Hochwasser ist nicht mehr möglich. Es lässt sich aber Schlick in seinen verschiedene Konsistenzen beobachten: Als sehr trübes Wasser, als fließfähiger Schlick, als gelee-artige Masse und als bindiger Boden.

 

 

Wir entschließen uns daher mit der auslaufenden Ebbe in der Hauptrinne der Weser an der Westseite der Strohauser Plate zum Nordende der Insel zu fahren.

 

 

An der nördlichen Mündung der Schweiburg liegt das Atomkraftwerk, das, als wir vorbeifahren, unter lautem Zischen eine große Wolke abgibt.

 

 

Während in der Hauptrinne der Weser noch aufgrund der Trägheit des großen Wasserkörpers ein kräftiger Ebbstrom nordwärts schiebt, beginnt der Wasserstand schon wieder ganz langsam zu steigen und in der Schweiburg läuft bereits ein schwacher Flutstrom, der schnell stärker wird. Mit diesem Wasserspiegelanstieg erreichen wir wieder den Yachthafen in Strohauser Deich und ziehen die Boote aus dem Schlick.

 

 

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